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DAS MACAU-MANIFEST (Nach dem neuen Wirtschaftsparadigma von Papst Franziskus)

Exposee

Wie tragen wir besser Sorge zu unserer Erde zu allen Menschen unseres Planeten, zu «unserem gemeinsamen Haus, dem globalen Dorf» wie Papst Franziskus in der «Umwelt-Enzyklika Laudato si» 2015 schrieb? Die hier vorliegende siebensprachige Ausgabe des Macau-Manifests will jede und jeden ermutigen - ob einheimisch, ausländisch, liberal, sozialistisch, ökologisch, religiös, agnostisch – Mitverantwortung zu bedenken und solidarisch zu handeln.

Vorwort

Das «Macau Manifest» hat eine lange Vorgeschichte der Auseinandersetzung mit der Frage, wie Wirtschaft zu gestalten ist, damit diese möglichst allen Menschen zugutekommt. Dabei wurden ein Dialog und gegenseitiges Zuhören angestrebt, der die gemeinsamen Punkte inmitten von unterschiedlichen Auffassungen von Ökonomie findet. Mit der Entwicklung eines Manifests als Ergebnis eines Symposiums in Macau im Oktober 2020 ist ein weiteres Zeichen dieses Dialogs gesetzt, welches zur Tat drängt. Die Krise rund um COVID 19 hat noch klarer erkennen lassen, wie unaufhaltsam sich der Graben weiter öffnet zwischen arm und reich, während Appelle an Solidarität als reine Rhetorik zu verhallen scheinen.

Das «Macau Manifest» richtet sich an verschiedene Zielgruppen, welche zum Gelingen der Umsetzung der Ziele beitragen können. Nicht von ungefähr ist der Text in China entstanden, da doch bei allen Überlegungen recht entscheidend ist, wie China sich zu den einzelnen Postulaten verhalten wird.

Einen akademischen Jargon vermeidend und Bezug nehmend zum gängigen Klischee von Macau als Spielhölle, umschreibt das Macau Manifest in wenigen markanten Zügen, wie das Spiel eines nachhaltigen Gewinns, an dem verschiedene Gruppen und Individuen profitieren können – besonders die Entrechteten und Benachteiligten – erreicht werden kann. Diese Art von «nachhaltigem Gewinnspiel» ist mit drei thematischen Punkten zusammengefasst:

  • Subsidiäre Wirtschaft setzt effizient auf den Dialog mit allen Beteiligten und auf freiwillige Zusammenarbeit der lokalen Institutionen. Im Beispiel von Genossenschaften und Mikrokrediten unter den Ärmsten wird klar, dass die gelebte Praxis von Solidarität und Subsidiarität entscheidend zum Erfolg beigetragen hat.
  • Lebenschancen für alle schaffen bedeutet, es mit der Würde und mit den Rechten jedes Menschen ernst zu nehmen: das beginnt zunächst vor der eigenen Haustür, wenn es gelingt, trotz vieler Hindernisse Raum zur Entfaltung für alle zu schaffen; auf dieser Grundlage wird ein Zusammenspiel von Faktoren und Zusammenarbeit möglich, welches jene Menschen und Gruppen einbezieht, die oft ausgegrenzt werden.
  • Schliesslich bedeutet unternehmerisch im Dienst am Gemeinwohl ein weiterer Balanceakt, aus Interesse am Gemeinwohl sowohl zu investieren und als auch bewusst zu konsumieren– zum Wohl aller, besonders für die Benachteiligten.

Der Ladanyi-Verein veröffentlicht das Macau Manifest in Zusammenarbeit mit dem Macau Ricci Institut. Als gemeinnütziger und nicht konfessionsgebundener Verein mit Sitz in Zürich ist vom «Macau Manifest» eine kritische Aufnahme erwartet, welche immer auch die wachsende Bedeutung von China im Blick hat. Momentan scheint ein vorurteilsloser Blick auf China fast unmöglich zu sein zwischen der Skylla einer

1 undifferenzierten Dämonisierung von China einerseits und der Charybdis von einer mantrahaften Gehirnwäsche andererseits.

Umso wichtiger und dringender denn je scheint es, dass die Auseinandersetzung über ein neues Paradigma herausfordert, gemeinsam zu erörtern, welche Bedeutung den Weisheitstraditionen Asiens – Konfuzianismus, Taoismus, Buddhismus, Islam – in der Auseinandersetzung mit dem Christentum zukommt, um ein neues Paradigma der Wirtschaft zu entwickeln, das auf den Prinzipien der Christlichen Soziallehre von Solidarität, Subsidiarität und der Orientierung am Gemeinwohl gründet.

Ich danke Prof. Dr. Mike Thompson, welcher die zentralen Eckpunkte der Beiträge des Symposiums des Macau Ricci Instituts in das Macau Manifest hineingewoben hat, wie auch Ruth Wiederkehr, Josef Bruhin SJ, Andreas Wistoff, Johannes Zink und Paul Widmer bei der Ausarbeitung der deutschen Version. Hoffentlich findet das Macau Manifest auch im deutschsprachigen Kontext die Aufmerksamkeit, das es verdient.

Stephan Rothlin SJ

Macau Ricci Institut & CSR Consulting Firm Rothlin Ltd., Peking und Hong Kong

Peking, 4. Juni 2021

Das ganze Manifest in 7 Sprachen hier als PDF anzeigen und downloaden.

Weitere externe Infos zum Manifest.

Vertretungsberechtigte Personen

Paul Widmer

Ladanyi-Verein

c/o Ruth Wiederkehr

Äusseren Grundstrasse 16

CH-8910 Affoltern am Albis

Telefon: +41 79 844 90 38

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Fotos:

Klaus Pichler, www.pichlerphoto.ch

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